Auch Erwachsene können Zirkusluft schnuppern
Neues Angebot

Schnell lässt Jürgen Klug die Fackel über Thomas Knobels Arm gleiten. Gerade so schnell, dass der sich dabei keine Verbrennungen zuziehen kann, aber schnell genug, um unfreiwillig dessen Arme zu epilieren. 
Klug selber hat es heute schon so oft an sich selber vorgeführt, dass sein linker Arm mittlerweile glatt ist wie der sprichwörtliche Kinderpopo.
Schnupperkurs im Circuszentrum: 
Wo sonst Kinder das Jonglieren, Balancieren und sonstige Manegen- Kunststücke erlernen, treten heute Erwachsene in deren Fußstapfen.
 „Wir wurden immer wieder von Erwachsenen angesprochen, ob wir nicht auch für sie etwas anbieten können", erläutert Elke Schmücker, die das Centrum am Doyenweg gemeinsam mit David Selle leitet.
„Mit unseren beiden Kindergruppen a' 40 Kindern haben wir eigentlich nicht
Ein neues Angebot im Circuszentrum: der Schnupperkurs für Erwachsene
viel Zeit dazu, aber wir fänden es schön, wenn sie alle zwei Wochen bei den Trainingsabenden unserer ehrenamtlichen Trainer mitmachen und später selber die Kinder antrainieren würden", erklärt sie weiter.
Dementsprechend setzt sich an diesem Samstag auch das gute Dutzend Teilnehmer zusammen, die von Selle, Schmücker und einigen der Ehrenamtlichen angeleitet werden: Der Gros arbeitet als Lehrer und Erzieher. Knobel ist Berufsschullehrer an der Bördeschule und hat einige junge Frauen aus seiner Erzieherinnenklasse mitgebracht. „Später im Jahr möchte ich mit der ganzen Klasse wiederkommen."
„Ich habe früher schon mal ein wenig jongliert", erinnert sich Brigitte Tavus, Anröchter Grundschullehrerin, „aber das Balancieren auf dem Drahtseil war heute eine Premiere für mich. Wann hat man schon mal die Gelegenheit dazu? Nach diesem Tag merkt man erst mal, wie schwierig das alles wirklich ist und welches Durchhaltevermögen die Kinder, die sonst hier trainieren, mitbringen."
Am 6. und 7. März 2004 werden die Kinder des Circuszentrums dies in ihrer Halle den Soestern mit einem ganz besonderen Programm beweisen. „Wir werden zum ersten Mal auf die klassische Kulisse verzichten", so Selle. Also keine Manege, keine Vorhänge. Alle Darbietungen finden auf einem Schiff statt, das eigens von der Künstlerin Anke Sindermann entworfen wurde. Auf dem „Schiffsdeck" werden die Kinder in den Rollen von Kapitänen, Fischern, Piraten, Matrosen und blinden Passagieren agieren. Durchs Programm führt kein Direktor, sondern der alte Kapitän „Bruno , Ballon", der mit reichlich „Seemannsgarn" die einzelnen Nummern ankündigen wird.
Westfalenpost 19.01.2004 - (kb) - Foto: Klaus Bunte