„Das Beste von gestern,
das Neueste von heute"
Nachwuchs-Artisten lassen Diabolos sausen und Laufkugeln tanzen
Fünftes Zirkus-Festival in der Altstadt - Manege auf dem Petrikirchhof

Die Außerirdischen lassen die Diabolos sausen, starke Männer in ihren Ringelanzügen die Muskeln spielen, kleine Don Kosaken tanzen mit der Laufkugel. Wenn Musik erklingt und sich der Vorhang zum „5. Soester Circusfestival" hebt, dann wartet auf das hochverehrte Publikum das Schönste aus zehn Jahren. Die runde Zahl spornt Clowns, Artisten, Zauberer oder Fakirkünstler an, sich kräftig ins Zeug zu legen: Die Kinder vom „Circuszentrum Balloni" stehen wieder mitten in der Altstadt in der Manege. Und zum Jahrestag stellen sie „Das Beste von gestern und das Neueste von heute" vor.
Die Kinder vom „Circuszentrum Balloni" laden wieder zu ihrem Festival zwischen den Kirchtürmen ein.
Das Zelt auf dem Petrikirchhof ist vom 23. bis 25. September wieder die Bühne für Nachwuchs- und Profikünstler. Sie laden an drei Tagen in ihre schillernde Welt ein, und die Balloni-Macher Elke Schmücker und David Selle versprechen wieder einen kunterbunten Mix. Es ist eine Schau für die ganze Familie. David Selle: „Zu uns kommen auch Oma und Opa, deren Kinder längst groß sind."
Die Soester haben die Kids der Cassellys aufwachsen sehen. Von Beginn an stellt die Familie das Zelt für das Fest zur Verfügung, und die sieben Töchter sind immer dabei. Die Bielefelder geben mit ihrem Zwei-Mast-Rund auch diesmal wieder den passenden Rahmen für das circensische Treiben. David Selle: „Im Programm präsentiert sich die sechsköpfige Truppe um Direktor Alois Casselly wieder mit Artistik und Tierdressur."
Die ersten 200 Karten für die insgesamt vier Vorstellungen zwischen den Kirchtürmen sind schon weg. Bisher begrüßten die Zirkus-Leute immer bis zu 1500 Zuschauer. Mit einem solchen Andrang rechnen sie auch diesmal.
Neunzig Kinder und Jugendliche zeigen, was sie können, Unterstützung bekommen sie von Künstlern, die im internationalen Varietee zu Hause sind. Er ist eine Mischung aus Heinz Erhard und Mr. Bean: der Musik-Comedian „Herr Fröhlich", der nachmittags und abends durch das Programm führt. David Selle: „Er spielt sich in die Herzen, wenn er Pingpong-Bälle mit dem Mund jongliert oder Gläsern die schönsten Melodien entlockt." Beim Tango oder am Trapez macht Marie Juana eine gute Figur.
Mit neuen Postern macht das Zentrum auf seine Highlights aufmerksam. 
Anke Sindermann hat die Plakate gestaltet, die Soester Türme und das Zirkus-Zelt eingearbeitet. Das wetterfeste Material ist haltbar, und wird, hofft Selle, auch in den nächsten Jahrzehnten noch gute Dienste leisten.

Angemerkt:  Reklame-RaIIye

Wer hängt die Plakate zuerst auf? David Selle spricht von einer Reklame-Rallye- auf die er liebend gerne verzichten würde. Bevor die Balloni-Kinder in der Manege stehen, schlägt bereits der „Circus Probst" sein Zelt auf. „Und dann noch der Wahlkampf", seufzt Selle, „da muss man sehen, dass man noch eine Laterne findet, an der ein Plakat Platz hat." Dass ausgerechnet im September ein weiterer Zirkus in der Stadt ist, hat Selle erst kürzlich erfahren. Was er gedacht hat? „Das darf doch nicht wahr sein... Unser Termin war seit Monaten bekannt." Köp.

Soester Anzeiger - 08. September 2005 - Köp. - Foto: Dahm