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Soester Anzeiger

16.05.2017 Soester Anzeiger
16 05 2017
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Soester reisen nach Israel

Soest -  Im vergangenen August war eine Gruppe junger Leute aus Israel in Soest zu Gast. Jetzt bereiten sich die Soester Jugendlichen des Circuscentrums Balloni auf ihren Gegenbesuch vor. Vom 21. bis zum 28. März wird die Gruppe nach Israel reisen und dort ihre Austauschpartner wiedertreffen.

Am vergangenen Samstag veranstalteten Elke Schmücker, Leiterin des Circuscentrums, und Sabina Kocot als Begleitpersonen ein Treffen in den eigenen Hallen, um sich gemeinsam auf die fremde Kultur vorzubereiten und sich über die besondere Geschichte des Landes Israel zu informieren.

Die Wahl für den Austausch sei auf Israel gefallen, „aufgrund des besonderen Verhältnisses zwischen Deutschland und Israel, das durch die Geschichte stark geprägt wurde“ , erklärte Sabina Kocot. Sie selbst lebte für eine längere Zeit in Israel und ist deshalb gut vertraut mit der dortigen Lebensweise. Für sie stelle der Austausch auch „eine Chance dar, um Vorurteile aus dem Weg zu räumen“.

Da es sich bei den Besuchern aus Israel auch um eine künstlerisch engagierte Gruppe gehandelt habe, die unter anderem „body percussion“ ausübt – also Klangerzeugung mit Händen, Fingern und Füßen – nahmen beide Gruppen während des Besuchs im August an Workshops teil und luden zum Abschluss zu einer gemeinsamen Aufführung ein.

Seit august wird der Kontakt mit den Tauschpartnern über das Smartphone gehalten, doch die Soester freuen sich schon jetzt, die vertrauten Gesichter aus Israel baldwiedersehen zu können. Elke Schmücker gefiel an dem Besuch vor allem, wie schnell sich die Partner angefreundet hätten, die Sprachbarriere sei kein Problem gewesen, der künstlerische Bezug habe beide Gruppen direkt verbunden.

Mit dem Flugzeug wird es im März zunächst nach Tel Aviv gehen und von dort aus zum Reiseziel Kiryat Ono, in der die Jugendlichen von ihrer Gastfamilie aufgenommen werden. In den sieben Tagen möchte die Gruppe natürlich einiges sehen, insbesondere möchten sie das „Yad Vashem“, die Holocaust-Gedenkstätte, besuchen. Das Rahmenprogramm wird von den Gastgebern selbst auf die Beine gestellt.

Doch natürlich soll es auch eine Zirkusaufführung geben. Besonders gespannt ist die Gruppe auf den jüdischen Feiertag „Purim“, dieser werde stets ausgelassen gefeiert. Die Soester freuen sich, ein solches Fest einer anderen Kultur miterleben zu können.

Alle sind gespannt auf die Reise und freuen sich darauf, neue Erfahrungen sammeln zu können. Der Teilnehmer Nils Sindermann ist zum Beispiel sehr gespannt auf die Reise. „Ich habe mich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Kultur und der Geschichte des Landes beschäftigt und kann es jetzt kaum erwarten, Israel kennen zu lernen“, sagt er. Letzte Bedenken seien seit dem Besuch der Jugendlichen aus Israel verflogen.

Auch Elke Schmücker und Sabina Kocot sind im Reisefieber und freuen sich auf „ein besonderes Land und eine besondere Herausforderung“.

Hier finden Sie den Bericht aus dem August

Jugendliche aus Soest und Israel in der Manege

Migration in der Manege

Jürgen Klug zeigte beim Schnuppertag für Flüchtlings- und Migrantenkinder im Circuszentrum Balloni , was man mit Feuer alles machen kann.

Soest - Raus aus dem Alltag, rein in die faszinierende Zirkuswelt. Das durften nun Kinder aus Flüchtlingsfamilien und mit Migrationshintergrund erleben.

„Du hast schon etwas größere Füße, das ist gut. Da verteilt sich dein Gewicht besser.“ Was Jürgen Klug gerade den Kindern demonstriert, ist pure Physik. Er zeigt ihnen, dass ein Fakir-Dasein gar nicht gefährlich ist, wie man meint, und lässt jedes Kind einmal auf ein kleines Nagelbrett steigen. Es prickelt vielleicht ein wenig in den Fußsohlen, und das war’s auch schon. Kein Schmerz, erstrecht keine Wunden. 

Und dann zeigt er ihnen die Königsdisziplin: Feuerschlucken. Die Kinder machen große Augen: Ein menschlicher Feuerwerkskörper. Das bekommen sie auch nicht alle Tage geboten. Es ist ihr erster Tag im Circuszentrum Balloni, womöglich auch ihr einziger – das aber ist Sinn und Zweck eines Schnuppertages. 

Das Besondere: Alle Kinder sind entweder Flüchtlinge oder haben einen Migrationshintergrund und sind noch nicht lange in Soest. 

Vier Balloni-Trainer nehmen sich acht Stunden lang ihrer an. „Schon im vergangenen Jahr hatten wir eine ganze Projektwoche mit Flüchtlingskindern“, erzählt Balloni-Chefin Elke Schmücker. „Danach trat der Kinderschutzbund an uns heran und bot uns an, einzelne Projekttage zu finanzieren. 

Dieser Samstag ist der erste davon.“ Der zweite soll im Februar stattfinden. Die Verbindung zu den Kindern stellten die Awo mit dem Bewohnerzentrum und dem Jugendmigrationsdienst sowie das Stadtteilbüro des Soester Entwicklungsnetzes her. Die Kinder sind auf jeden Fall begeistert. 

Der kleine Kalaimalar fand großes Gefallen an den Kunststücken des Fakirs, und Pravim mochte die Jonglage. Wenn sie regelmäßig hier trainieren wollen, geht das natürlich nicht unentgeltlich – aber dank Patenschaften spendabler Soester wäre ein Training durchaus möglich. Neue Paten sind stets willkommen. 

Und der Effekt für den Werdegang der Kinder ist nicht zu unterschätzen: In den diversen Zirkus-Disziplinen hat bislang noch jedes Kind die passende für sich gefunden. Und irgendwann beim Auftritt allen zeigen zu können, welche Talente man entdeckt und ausgebaut hat, stärkt das Selbstbewusstsein eines jeden Kindes – mit oder ohne Migrationshintergrund. Und vor allem als bunt gemischte Truppe – ungeachtet der Hautfarbe oder Religion.

(Circus)Festival der Fantasie feiert runden Geburtstag

Mit artistischer Leichtigkeit nahmen Amateure und Profis die Besucher mit in eine andere Welt.

Soest - „Hat!“ Gunnar grübelt. „Sonst wär er nicht!“ Irina stutzt. Ein Knirps strahlt, das Publikum grölt. Schräge Aufgabe für zwei Überraschungskandidaten aus dem Publikum: Wie haut man den Musikclowns nur in der richtigen Reihenfolge auf die Mütze, damit die schön singen: „Mein Hut, der hat drei Ecken...!“ Es dauert ein wenig, aber dann klappt es, und dafür gibt es viel Applaus im Zirkuszelt.

Das stand an diesem Wochenende neben der Stadthalle und platzte am Wochenende gleich mehrfach aus allen Nähten. Mit vier rappelvollen Vorstellungen von Freitag bis Sonntag entführte das zehnte „Soester Circusfestival“ auf den Spaßplaneten, und Dutzende von Kindern aus den Gruppen des „Circuszentrums Balloni“ verzauberten ihr Publikum: Stelzenläufer, Einradfahrer, Clowns, Jongleure, unerschrockene Drahtseilartisten und Ballakrobaten heimsten ihren verdienten Applaus ein.

Neben den Kleinen und Großen aus dem Circuszentrum zeigten Profis ihr Können: Entertainer, Ganzkörpertrommler, Rhythmusknacker und Vocalartist Andi Steil führte durchs bald dreistündige Programm, Antje Pode balancierte mit Koffern, Bällen und Handtaschen auf einem großen Ball und schwebte flink, elegant und elfengleich am Vertikalseil unter der Zirkuskuppel.

Fotos Soester Zirkusfestival 2016

 Die „Hocker-Rocker“ machten genau das und verblüfften mit einer rasanten Choreografie: Jonglage, Breakdance und Luftrollen in einem – das haute in der Tat vom Hocker.

Fast 40 Ehrenamtliche vom Zirkusverein wieselten durch die Manege, räumten auf und ab, kümmerten sich hinterm Vorhang um alle Kleinigkeiten.

„Ihr habt ein Imperium aufgebaut in den letzten 25 Jahren“, lobte denn auch der Vereinsvorstand nach dem großen Finale. Das Lob galt David Selle und Elke Schmücker, die ohne je einen dicken Blumenstrauß nicht aus der Manege kamen. Wie man sich so fühlt nach drei Stunden Vollgas? „Erleichtert“, lächelte David Selle: „Es ist so schön, wenn alles geklappt hat und die Besucher alles drumherum vergessen konnten.“

Übrigens: Gesucht werden noch Paten für die ausländischen Kinder, die sich die Trainingsgebühr in den Gruppen nicht leisten können – aber so gerne auch mal in der Manege stehen würden. Die ist schließlich so multikulti, international und unkompliziert, wie es wohl leider nur die Circuswelt sein kann.

Der besondere Zauber der Zirkuswelt

 

Der Zirkus ist die Welt von Elke Schmücker und David Selle

Wie oft er schon in der Manege stand, lässt sich nicht zählen, doch David Selle ist immer wieder fasziniert von der Magie dieser bunten, wunderbaren Welt. Die große Zirkusleidenschaft teilt er mit Elke Schmücker. Als „Duo Balloni“ traten die beiden vor 25 Jahren zum ersten Mal auf. In Soest steigt jetzt das zehnte Zirkusfestival: ein doppelter Grund zum Feiern.

„Dabei sind wir damals mit nur einem Koffer angefangen“, schildert Elke Schmücker den Start mit spärlichen Requisiten. Die beiden erfüllten sich seinerzeit einen Traum: Sie wollten das Publikum mit ihrem eigenen Programm begeistern. Begonnen hatte alles auf einer Freizeit der Evangelischen Jugend. Dort lernten sie sich als Jugendliche kennen. David Selle hatte vorher schon auf einem Kirchentag das Tellerdrehen gelernt, die Ferientage verbrachte er mit Jonglieren. 

Elke Schmücker sah interessiert zu und stieg dann selber ins Training ein. Ganz schön mutig sei es gewesen, im Jahre 1997 auf dem Petrikirchhof das erste Soester Kleinkunst-Festival aufzuziehen, damals noch unter der Regie der Evangelischen Jugend, sagen sie. Noch nie hatte mitten in der Stadt ein Zirkuszelt gestanden. David Selle berichtet, bei der Suche nach einem geeigneten Chapiteau sei sein Onkel behilflich gewesen. Der kannte die Cassellys, eine Zirkusfamilie, die sich gern mit „Sack und Pack“ auf den Weg nach Soest machte – und auch ihre Tiere mitbrachte. 

Das war der Einstieg in eine jahrelange gute Zusammenarbeit. David Selle erinnert sich noch gut an den Esel der Cassellys, der jedes Mal, wenn die Glocken läuteten, lautstark seinen Unmut äußerte, und an die Ponys, die sich einmal selbstständig machten und durch die Fußgängerzone marschierten. 

Dank sagen Elke Schmücker und David Selle all den Ehrenamtlichen, die keine Arbeit scheuen und auch jetzt wieder anfassen, um ein Wochenende mit vielen magischen Momenten zu bieten. Die Generalproben sind gelaufen, am Freitag, 7. Oktober, steigt die Premiere. 

Vorstellungen Freitag, 7. Oktober, um 18 Uhr, Samstag, 8. Oktober, um 11 und 15 Uhr, Sonntag, 9. Oktober, um 14.30 Uhr. Karten im Vorverkauf über Hellweg-Ticket.

Kontakt

Circuszentrum Balloni
Doyenweg 15
59494 Soest

Telefon:  02921 9810560
E-Mail: info@circuszentrum.de

Über uns

Wir sind ein Kinder- und Jugendzirkus, in dem Kinder und Jugendliche eine Freizeitbeschäftigung finden, die ihnen Spaß macht und die soziale Verhaltensweisen wie Rücksichtnahme, Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein für sich und andere fördert.

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